| Brandherd löschen statt Rauchmelder bekämpfen |
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Ein Viertel der Führungskräfte von Unternehmen und Organisationen nehmen Beruhigungspillen oder Antidepressiva. Sie brauchen diese “Hilfsmittel”, um den Wahnsinn der täglichen Hetze einigermaßen zu ertragen. Jahrelange Migräne, Druck im Bauch, Schwindelgefühle, Ohrensausen – sind nur einige der unangenehmen Überlastungssymptome, die anscheinend der Preis für beruflichen Erfolg sind. “Ich habe in meiner Handtasche mehr Tabletten, als auf dieser Menükarte Speisen angeführt sind.”, berichtete eine erfolgreiche Geschäftsfrau dem Zeittherapeuten und Führungskräftecoach Gottfried Huemer vor kurzem bei einem gemeinsamen Mittagessen. “Wenn ich diese aber nicht einnehme, dann geht überhaupt nichts mehr.” Nicht nur ihr ergeht es so. “Oft verhalten sich Menschen bei Beschwerden folgendermaßen: Der Brandmelder schrillt, weil ein Brand ausgebrochen ist. Die herannahende Feuerwehr richtet den Wasserstrahl aber nicht auf den Brandherd, sondern versucht den störenden Brandmelder zum Schweigen zu bringen!”, weiß Huemer aus eigener leidvoller Erfahrung. “Auch ich habe acht Jahre lang hartnäckig versucht, meine Überlastungssymptome wegzubringen, um schließlich erschöpft aufzugeben. Erst dann sind mir die Augen aufgegangen und ich habe nach und nach gelernt, meine Belastungen als nützliche Wächter in mein Leben zu integrieren. Die endlose Schlange von Besuchern reißt nicht mehr ab Gerade in den letzten Jahren fällt besonders auf, dass die unbedingt notwendigen Zeiten der Ruhe rapid abnehmen. Facebook, Xing, Twitter gestatten es u.a., dass sozusagen jede Minute jemand auf “Besuch” kommen kann. Diese sozialen Netzwerke machen es tatsächlich möglich, zu jeder Tages- und Nachtzeit “Freunde” zu empfangen. Wo bleibt dann aber die Zeit für Ruhe und Entspannung? Wenn der Postmann täglich zigmal klingelt … Auch den Stressfaktor durch die “einfache” Postbearbeitung darf nicht unterschätzt werden. Früher kam der Briefträger einmal am Tag, um die Post zu bringen. Heute laufen viele jede halbe Stunde zum elektronischen Briefkasten, um nachzusehen, ob neue Post gekommen ist. Sie checken ihre Mails nicht nur zu allen möglichen und unmöglichen Arbeitszeiten, sondern auch noch am Wochenende, während einer Sitzung oder eines Seminars und sogar in der Badewanne. Dank iPad, iPhone und Blackberry sind ja der Kommunikation kaum mehr Grenzen gesetzt. Die Pharmaindustrie reibt sich die Hände Die Vermischung von Beruf und Freizeit findet immer mehr statt und speziell Jugendliche werden in zehn Jahren mit einer weiteren starken Zunahme von Überlastungssymptomen reagieren. Dies ist natürlich ein “Fest” für die Pharmaindustrie, da Depressionen, Burnout oder andere Überlastungssymptome nach noch mehr “Glückspillen” verlangen, um weiter in der Oberliga mithalten zu können. Überlastungssymptome als Wegweiser Wenn Menschen ihre wirklichen Bedürfnisse ignorieren, dann hat der Körper keine andere Chance, als mit harten Geschützen zu reagieren. Natürlich werden diese als unangenehm und belastend erlebt. Unser Körper möchte uns aber unter allen Umständen gesund halten und hat oft keine andere Möglichkeit, als uns mit (manchmal sogar mehreren) Brandmeldern zu warnen. Nur wer lernt, seine Beschwerden als Botschaften wahrzunehmen, im Leben etwas verändern zu müssen, der wird sich aus der Abhängigkeit von Glückspillen befreien können. Wer es schafft sich nach Zeiten der Anspannung wieder Zeiten der Ruhe zu gönnen und den regelmäßigen Weg in die Natur findet, wird bereits nach kurzer Zeit merken, dass oft jahrelang belastende Beschwerden wie von selbst wieder verschwinden. Die Lösung liegt in einer konsequenten Zeitplanung Zeitplanbücher helfen meist nur geringfügig, angelernte Verhaltensweisen langfristig zu verändern. Viel hilfreicher ist die persönliche Begleitung über längere Zeit durch einen erfahrenen Coach. Anstatt eines “Ab morgen mache ich alles anders!” setzen diese auf ihre Erfahrung und unterstützen die Betroffenen über einen längeren Zeitraum. Bei diesem Prozess lernen die Betroffenen ihr persönliches Zeitmanagement an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und zu festigen. Nur so können eingefahrene Gewohnheiten auch wirklich verändert werden. Geförderter Workshop für Wirtschaftskammermitglieder Interessierte können am Dienstag, 15. November zu diesem Thema einen Workshop in Laakirchen besuchen. Dieser wird vom Land OÖ bzw. von der AUVA und Wirtschaftskammer bis zu 70% gefördert. Mehr Info unter: www.instituthuemer.at oder www.zeittherapeut.com |
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